
Der schnellste Weg zu einem eigenständigen Look ist keine Software —
es ist eine Farbfolie vor dem Blitz. Was mit Gels fotografiert wird, muss
nicht mehr gegradet werden: Die Farbe sitzt im Licht selbst, mit sauberen
Reflexen in Augen und auf Haut, die kein Regler nachbauen kann.
Die Grundregel: eine Farbe führt
Der typische Anfängerfehler ist, zwei kräftige Farben gleich stark
einzusetzen. Das Ergebnis ist Farbmatsch, in dem Hauttöne kippen. Besser:
Eine Farbe dominiert, die zweite akzentuiert — oder das
Hauptlicht bleibt ganz neutral und nur der Hintergrund oder die Kante
bekommt Farbe.
Drei Setups zum Nachbauen
- Neutral + farbiger Hintergrund. Hauptlicht mit Softbox ohne
Folie, ein zweites Licht mit Gel auf die Hohlkehle. Hauttöne bleiben natürlich,
der Hintergrund macht den Look. Der sicherste Einstieg. - Neutral + farbige Kante. Hauptlicht neutral, ein gegelltes
Licht schräg von hinten als Kantenlicht auf Schulter und Haar. Wirkt sofort
nach Editorial. - Komplementär. Zwei Farben, die sich gegenüberliegen — das
klassische Teal/Orange oder Rot/Blau. Eine Seite führt, die andere füllt
deutlich schwächer. Erst probieren, wenn Setup 1 und 2 sitzen.
Kamera und Belichtung
Weißabgleich fest auf das neutrale Hauptlicht einstellen — nie auf
Automatik, sonst rechnet die Kamera die Farbe wieder heraus, für die du
gerade bezahlst. Gels schlucken je nach Dichte Licht; kräftige Folien
brauchen am Hintergrundlicht gern eine Blende mehr Leistung. Und: Farbe auf
dunkler Kleidung säuft ab — helle, einfarbige Outfits nehmen das farbige
Licht am schönsten an.
Ein Beispiel, wie so etwas aussieht, hängt über diesem Text — rotes
Farblicht, eine Folie, keine Nachbearbeitung der Farben.