
Die Hohlkehle ist der gebaute Übergang von Wand zu Boden — eine Rundung
statt einer Ecke. Auf dem Foto verschwindet damit die Linie, an der sich sonst
Boden und Wand treffen. Das Motiv scheint in einem endlosen Raum zu stehen.
Deshalb heißt sie im Englischen treffend „infinity cove“.
Der häufigste Fehler: zu nah an der Rundung
Wer direkt in der Kehle steht, bekommt Fußschatten, die in die Rundung
hineinlaufen, und das Licht des Hintergrunds fällt aufs Motiv zurück. Die
Faustregel: anderthalb bis zwei Meter Abstand zur Rundung.
Dann lassen sich Motiv und Hintergrund getrennt beleuchten — und genau diese
Trennung ist der Trick hinter fast allen sauberen Studiobildern.
Weiß ist nicht gleich weiß
Eine weiße Hohlkehle wird auf dem Foto nur dann weiß, wenn sie
eigenes Licht bekommt. Unbeleuchtet rutscht sie ins Grau —
je nach Abstand sogar ins Mittelgrau. Das ist kein Fehler, sondern ein
Gestaltungsmittel:
- Reines Weiß: Hintergrund separat beleuchten, etwa eine
Blende heller als das Motiv. Mehr nicht — sonst überstrahlt der Hintergrund
und frisst Kanten, Haare und Konturen an. - Helles Grau: Hintergrundlicht weglassen. Wirkt hochwertig
und braucht ein Licht weniger. - Verlauf: Hintergrundlicht tief und mittig setzen — unten
hell, nach oben auslaufend.
Pflege: Socken statt Straßenschuhe
Der geschwungene Teil der Hohlkehle ist Lauffläche und Hintergrund
zugleich. Straßenschuhe hinterlassen Abrieb, der in der Nachbearbeitung
Bild für Bild wegretuschiert werden muss. Übliche Praxis im Mietstudio:
Schuhe bleiben vor der Kehle, fotografiert wird in Socken, auf sauberen
Sohlen oder barfuß — und Stative mit Filzgleitern schonen die Fläche.
Wie du das Licht fürs Motiv davor setzt, steht im Beitrag
5 Portrait-Lichtsetups
mit Aufbau-Skizze.