
Gute Produktfotos entscheiden im Shop über den Klick — und sie sind das
Motiv, das sich am besten selbst produzieren lässt. Ein Produkt läuft nicht
weg, braucht keine Anweisungen und verzeiht beliebig viele Versuche. Was es
braucht, ist ein kontrollierter Raum. Genau das ist ein Mietstudio.
Warum nicht einfach am Fenster?
Tageslicht ist gratis, aber es ändert sich im Minutentakt. Wenn Foto 3 und
Foto 47 unterschiedlich warm sind, sieht deine Shopseite zusammengewürfelt aus
— und du gleichst es hinterher einzeln in der Bearbeitung an. Im Studio bleibt
das Licht über Stunden identisch. Die Serie wirkt wie aus einem Guss, und die
Nachbearbeitung schrumpft auf ein einziges Preset.
Das Setup für den Anfang
- Ein Tisch, ein Karton weißes Papier oder Karton als Unterlage.
Für kleine Produkte reicht das als Mini-Hohlkehle völlig. - Hauptlicht mit Softbox schräg von oben, etwa 45 Grad seitlich.
Je größer die Softbox im Verhältnis zum Produkt, desto weicher die Kanten der
Schatten. - Aufheller gegenüber. Ein weißer Karton genügt — er füllt die
Schattenseite, ohne ein zweites Licht zu brauchen. - Kamera aufs Stativ. Erst damit werden alle Bilder der Serie
exakt gleich — gleicher Ausschnitt, gleiche Höhe, gleiche Perspektive.
Kameraeinstellungen, die funktionieren
ISO 100, Blende f/8 bis f/11 für durchgehende Schärfe, Zeit nach Belichtung
— am Stativ ist sie egal. Weißabgleich fest einstellen, nicht auf Automatik:
Die Automatik entscheidet bei jedem Bild neu und du bekommst wieder
uneinheitliche Farben. Einmal auf das Studiolicht gestellt, bleibt alles
konstant.
Der Ablauf, der aus 3 Stunden 60 Fotos macht
Produkte vorher putzen — Staub und Fingerabdrücke sind in der Vergrößerung
gnadenlos und kosten pro Bild Minuten in der Retusche. Dann eine Reihenfolge
festlegen: erst alle Produkte in der Frontansicht, dann alle in der
Seitenansicht, dann Details. So fasst du das Setup nie an und die Serie bleibt
konsistent. Wer pro Produkt umbaut, schafft die Hälfte.
Im Fotostudio
B12 ist das Licht im Stundenpreis von 30 € netto enthalten — für einen
kompletten Katalog-Nachmittag mit drei Stunden liegst du also bei 90 € netto.
Das ist weniger, als eine einzige Stunde Retusche uneinheitlicher
Tageslicht-Fotos kostet.