
Für Fotografen ohne eigene Räume ist das Mietstudio mehr als eine
Notlösung — es ist ein Auftritt. Der Kunde sieht nicht, ob das Studio dir
gehört. Er sieht, ob du es beherrschst. Genau daran entscheidet sich, ob
er wiederkommt.
Die goldene Regel: 30 Minuten Vorlauf
Buche das Studio eine halbe Stunde vor dem Kundentermin. In dieser Zeit:
Licht aufbauen und mit einem Testfoto an dir selbst oder einem Stativ als
Platzhalter prüfen, Hintergrund wählen, Musik an, Wasser hinstellen. Wenn
der Kunde kommt, fällt der erste Auslöser innerhalb von zehn Minuten —
nichts baut Nervosität schneller ab als ein Shooting, das sofort läuft.
Ein Kunde, der beim Stativaufbau zusieht, wird jede Minute unruhiger.
Was vorab geklärt sein muss
- Bildzweck und Anzahl. „Drei Portraits für die Website“ ist
planbar, „ein paar schöne Bilder“ nicht. Aus dem Zweck folgen Setup-Zahl und
Studiodauer — und damit dein Angebot. - Garderobe. Zwei bis drei Outfits, einfarbig, gebügelt —
die gleiche Empfehlung, die auch für
Teamfotos
gilt. - Die Studiokosten gehören ins Honorar. Als Posten
„Studio inkl.“ einpreisen, nicht separat durchreichen — bei 30 € netto pro
Stunde ist das kalkulierbar und der Kunde bekommt eine runde Zahl.
Timing im Termin
Rechne pro Setup — also pro Kombination aus Licht, Hintergrund und
Outfit — 20 bis 30 Minuten. Zwei Setups plus Umziehen plus Warmwerden sind
eine gute Stunde reine Shootingzeit. Am Ende zehn Minuten Puffer fürs
gemeinsame Durchsehen der Bilder auf dem Kameradisplay: Der Kunde geht mit
einem Ergebnis vor Augen nach Hause, nicht mit einem Versprechen.
Nach dem Termin
Abbau, Hintergrund prüfen, gebuchte Zeit sauber verlassen — im
Mietstudio ist der Zustand bei Abgabe deine Visitenkarte für die nächste
Buchung. Notiere dir Licht, Abstände und Einstellungen des Setups: Beim
Folgeauftrag desselben Kunden reproduzierst du den Look in Minuten.